Das letzte Quantum

Das wars. Die deutsche Mannschaft hat sich den WM-Titel verdient. Nach 120 Minuten wurde Argentinien mit 1:0 geschlagen. Es hätte auch anders herum ausgehen können, dann wäre von einem glücklichen, aber nicht unverdientem Sieg die Rede gewesen. Am Ende war das Quantum mehr Kraft und Wille ausschlaggebend. Und natürlich die eine Situation, die es braucht, um solche Spiele zu entscheiden. Es trafen wohl die beiden besten Mannschaften der WM-Endrunde aufeinander. Deutschland versuchte mit offensiver Wucht die argentinische Defensive zu überwinden, die aber geschickt und klug wie ein Spinnennetz reagierte. Aus der Verteidigung heraus antworteten die Argentinier zeitweise schnell -sting like a bee- und gefährlich, und zwangen die deutsche Defensive zu hoher Aufmerksamkeit. Messi war endlich Messi, und seine Kameraden wuchsen noch einmal mit ihm. Es entwickelte sich ein hochemotinales und spannendes Spiel, das den Titel Finale verdiente. Das Spiel wurde schliesslich dadurch entschieden, dass die eingewechselten Schürrle als Flankengeber und Götze  als feiner Vollstrecker den Triumph für die deutsche Mannschaft sicherten.

Watschn

Au Backe. Noch eine Watschn für die Brasilianer. Wieder war der Traum von der eigenen Leistungsstärke schnell vorbei. Im Spiel um den dritten Platz führte Holland nach einer Viertelstunde mit 2:0 gegen Brasilien und man hätte sich den Rest des Spieles schenken können. Wie schon im Halbfinale musste die brasilianische Mannschaft ihre Grenzen deutlich erkennen und tapferte sich dem Ende des Turniers entgegen. Von  Esprit war auf Seiten der Brasilianer nicht viel zu sehen. Sie mühten sich, doch Mühe allein genügt manchmal nicht. Holland siegte schliesslich entspannt mit 3:0. Der brasilianische Fussball muss sich wohl einer Zäsur stellen. Ein Neymar macht keinen Sommer. Es gilt künftig, das Riesenreservoir an guten Fussballern, die das Land bietet vernünftig zu nutzen und zu fördern, dabei jedoch zu erkennen, dass Fussball mehr denn je ein Spiel ist, das von einem Team gespielt wird. Zauberkünstler, wenn sie als Solitäre gewinnen sollen, haben keine Chance, wenn sie auf eine funktionierende Einheit treffen. Zwar war Neymar auch im Spiel gegen die Holländer nicht dabei, doch auch mit ihm hätten sie nicht gewonnen. Mal sehen, wann Brasilien die Fussballweltbühne wieder verzücken kann.

Cillesen

Will das zweite Halbfinale der WM positiv bewertet werden, würde es heissen, dass sich   Holland und Argentinien über 120 Minuten egalisierten. Hier waren 2 Mannschaften am Werk, die ihre jeweilige Strategie zu 100 Prozent umsetzten und dem Gegner nichts erlaubten. Die Defensivarbeit war auf beiden Seiten so gut, dass während der gesamten Spielzeit eben kein Tor fiel. Andererseits hat keine der beiden Mannschaften in der Offensive einen Weg gefunden, sich entscheidend durchzusetzen. Es fehlte sowohl auf holländischer als auch auf argentinischer Seite der Mut das Letzte zu riskieren und die Möglichkeit des Scheiterns zu akzeptieren. Man hat sich der Entscheidung durch Elfmeterschiessen ergeben. Und genau dort traf die Holländer der Bumerang des Torwartpokers von Louis van Gaal aus dem Viertelfinale. Was damals die Costa Ricaner maximal verwirrte, nämlich dass ein extra fürs Shootout eingewechselter Torwart die Schützen der Mittelamerikaner mit seinen legitimen Mätzchen verunsicherte, fiel auf den Torwart der Niederlande zurück, der sich den Elfern der Argentinier stellen musste.

Van Gaal hatte nicht die Möglichkeit, noch einmal Jasper Cillesen aus dem Tor zu nehmen, und dafür Tim Krul einzuwechseln, da sein Wechselkontingent erschöpft war. Also musste Cillesen im Penaltyschiessen für Holland antreten, eben jener Jasper Cillesen, der es in der Runde zuvor erleben musste, dass sein Trainer ihm nonverbal ausrichtete, er sei nicht die erste Wahl im Finish ums Weiterkommen. Sollte man so mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein auf Seiten Cillesens rechnen, die nötig ist, um auch mal einen Elfer abzuwehren? Das Ergebnis bewies das Gegenteil. Argentinien gewann und wurde Finalist.

7:1

Man kann nicht sagen, wer da nun am meisten staunte. Der gesamte brasilianische Kosmos wusste im Vorfeld, das der Ausfall Neymars für das Halbfinale gegen Deutschland schrecklich ist. Dass die Konsequenzen des Ausfalls so schrecklich werden würden, hat dann die ganze Welt überrascht. Im Nachhinein war es vielleicht ein ängstlich gepfiffenes Lied im Wald, das die brasilisanischen Spieler trällerten, als das “Jetzt erst recht” beschworen wurde. Sie wollten für Neymar gewinnen und wurden grauslich in die Grenzen gewiesen, in denen sie zu Hause sind, wenn Neymar sie nicht beschützt. Es wurde deutlich, dass es ein Team braucht, wenn das ganz große Ziel, der Weltmeistertitel, erreicht werden will.

Die brasilianische Mannschaft spielte nach beinahe gelungenen 10 Anfangsminuten wie eine Schülermannschaft und erlaubte den Deutschen , Räume auf dem Spielfeld zu nutzen, die sie dann auch vorbildlich besetzten, ohne ernsthaft gestört zu werden. Als das 1:0 für Deutschland nach einem Eckball fiel, war die brasilianische Moral perdu. Es begann ein grosses Staunen und Augenreiben.  Wer sich am meisten über den Verlauf der ersten Halbzeit wunderte, lässt sich nicht sagen. War es das deutsche Team, dass sich fragte, was denn da passiert und ob man soeben den Sprung in eine andere Realität getan hatte. Eine 5:0-Führung, in einer Halbzeit erzielt, liesse sich erklären, wenn der Gegner San Marino gewesen wäre. In einem Halbfinale im Land des Gastgebers Brasilien gegen diesen Gastgeber so weit vorn zu liegen, war und ist beinahe nicht erklärlich. Das Wundern der brasilianischen Mannschaft war nicht weniger gross, denn sie schien auch nicht zu begreifen, was ihr widerfuhr. Eine Welt war zusammen gebrochen und alle Heiligen schienen die Mannschaft bestrafen zu wollen. Wofür bleibt ungeklärt.

Hinlängliche Erklärungsmuster für das brasilianische Desaster: Die Selecao wollte das Volk mit dem Titel beschenken. Die emotionale Mission hatte messianischen Charakter und es war vielleicht nicht einmal Felipe Scolari klar, dass die Auswahl nicht stark genug war, um in der Spitze mitzuhalten. Er hat scheinbar auch auf den Faktor Neymar gesetzt, der dann so blöd abhanden kam. Damit war das Vabanquespiel verloren und der Druck für die verbliebenen Akteure zu gross, als das sie ihn hätten aushalten können. Nur Neymar hatte die brasilianische Titanic zusammengehalten, bis er am Kolumbianer zerschellte. Im Spiel gegen Deutschland zeigte sich, dass Brasilien keinen Plan für das Spiel hatte, erst recht nicht, als das erste deutsche Tor gefallen war.

Das Erstaunlichste und fast Anrührendste war die Scham, die angesichts der deutlichen Überlegenheit neben der Freude ob des eigenen Könnens über dem deutschen Spiel lag.

Man konnte den Eindruck nicht loswerden, dass es dem gesamten deutshcen Team, den Fans im Stadion und auf den Fanmeilen, den Fernsehzuschauern und sogar den Medien peinlich war, so deutlich zu siegen. Es war, als wäre ein grosser König gefallen.

Nuancen

Haben die Holländer das Viertelfinalspiel gegen Costa Rica gewonnen, weil Louis van Gaal in der letzten Minute der Nachspielzeit den Torwart wechselte, um für das entscheidende Elfmeterschiessen einen vermeintlichen Elfmeterkiller zwischen den Pfosten zu haben? Gibt es diese Elferkiller überhaupt? Wahrscheinlich alles nur Psycho. Hat gewirkt. 2 Elfmeter hat Tim Krul gehalten, vor den Schüssen jeweils noch ein paar Mätzchen gemacht und den Costa Ricanern, die zum Elfer antraten, damit das wichtige Quäntchen Konzentration genommen und einen Tropfen Irritation eingeschenkt. Die holländischen Schützen tankten dadurch ein Schlückchen Selbstsicherheit und verwandelten. So einfach wars.

Auch wenn die Niederlande meist überlegen schien und auch teils hochkarätige Chancen herausarbeitete, blieb es beim 0:0, so dass das Elfmeterschiessen über Sieg oder Niederlage entscheiden musste. Während des Spiels zeigte sich die Mannschaft Costa Ricas gut organisiert, hatte bisweilen das Glück des Tüchtigen und Keylor Navas im Tor. In der 117.Minute bot sich sogar die Riesenchance zum Sieg.  Hollands Torwart Cillesen vereitelte den Versuch von Marcos Urena im letzten Moment. Costa Rica war drauf und dran, die Sensation dieser WM zu schaffen. Es blieb bei besagtem Elfmeterschiessen, bei dem Tim Krul die Schüsse von Bryan Ruiz und Michael Umana parierte.

Auch dies letzte Viertelfinalspiel hat gezeigt, wie eng die Leistungsfähigkeiten vieler Mannschaften zusammen liegen. Die Entscheidungen über Sieg oder Niederlage hängen meist an Seidenfäden.

Mein Tip war: Holland – Costa Rica  2:1

Gaucho-Routine

Das war`s vorerst für den Geheimfavoriten Belgien. In der 8.Minute erzielte Gonzalo Higuain die Führung für Argentinien, und die gaben sie nicht wieder her. In den entscheidenden K.O.-Spielen zeigt sich wohl der feine Unterschied zwischen einer sehr guten Mannschaft und einer Mannschaft, die das Zeug zum Champion hat. Die junge Himmelsstürmer-Truppe aus Belgien fand in der argentinischen Routine ihren Meister. Argentinien wusste, dass es galt, das belgische Aufbauspiel zu stören und, wenn möglich, zu unterbinden. So fand Belgien nicht zu der Selbstsicherheit, die das Team bis ins Viertelfinale gespült hatte. Argentinische Abgezocktheit und Cleverness hat gewonnen.

Belgien hat viel versucht, konnte sich dennoch kaum echte Chancen herausarbeiten. Die Gauchos hatten das Spiel im Griff. Sie zogen ins Halbfinale ein, wo allerdings mit Angel di Maria ein wichtiger Offensivspieler verletzt fehlen wird. Die Belgier können diese WM sicher als Erfolg betrachte. Für die junge Mannschaft, der, wenn sie sich konstant weitrentwickelt und sich den Hunger auf Leistung bewahrt, die Zukunft gehört, ist das Erreichen des Viertelfinals ein Erfolg. Man darf gespannt sein.

Mein Tip war:  Argentinien – Belgien  1:2

 

Wirbelbruch

Das Viertelfinalspiel von Brasilien gegen Kolumbien wurde vo einem Foul überschattet. In der 88.Minute des Spieles sprang der Kolumbianer Juan Zuniga dem Superstar Brasiliens Neymar mit dem Knie in den Rücken, und brach ihm einen Lendenwirbel. Dies war der Höhepunkt eines Spieles, das der Schiri nicht im Griff hatte. Die Leidenschaft beider Mannschaften brodelte stetig und kochte zuweilen über. Gesunde Härte geht anders, hier gab es Attscken, die damit nichts zu tun hatten. Der spanische Schiri Carballo hätte hier früh durch das Zücken der einen oder anderen Verwarnungskarte dafür sorgen müssen, dass die Gemüter sich abkühlen. So bleibt nicht das leidenschaftliche Spiel zweier südamerikanischer Mannschaften im Gedächtnis, sondern das Bild des schmerzleidenden Neymar auf der Trage.

Das Spiel selbst wurde von Brasilien begonnen, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Mannschaft versuchte Kolumbien mit Tempo und Laufleistung zu überrennen. Folgerichtig führte Brasilien schnell und schob in der 69. Minute durch David Luiz das 2:0 hinterher. Wer geglaubt hatte, der Drops wäre gelutscht und Brasilien im Halbfinale, sah sich getäuscht. Die Mannschaft zahlte den Tribut für die Pace der ersten 60 Minuten und brach zusammen. Kolumbien erzielte den Anschluss und war drauf und dran, das Gespenst der Selecao zu werden.  Es reichte für die Kolumbianer dann doch nicht. Glück, Geschick und die komplette Abkehr vom joga bonito retteten die brasilianische Elf ins Halbfinale.

Mein Tip war: Brasilien-Kolumbien 4:3 n.E.

They did it again

merkelMan bezeichnet es als deutsche Effizienz, was im Viertelfinale passiert ist. Die französische Mannschaft wollte ihr bis dato erfolgreiches Spiel auch gegen Deutschland durchbringen. Aus einer sicheren Abwehr galt es über ein robustes, spielstarkes Mittelfeld, durch lange Pässe in die Tiefe (heisst vertikales Spiel) den eigenen Sturm zu füttern und Torgefahr herauf zu beschwören. Die im Vergleich zum Achtelfinale gegen Algerien geänderte deutsche Formation hielt aber Stand unfd hatte das Spiel im Grossen und Ganzen unter Kontrolle. Frankreich schaffte es nicht, Karim Benzema so ins Spiel zu bringen, wie es in den vorigen Spielen gelungen war. Gelangen den Franzosen doch einmal gefährliche Torabschlüsse, war Manuel Neuer ein souveräner Rückhalt.

So gesehen war das Spiel in der 12.Minute entschieden, als Mats Hummels ein Freistossflanke von Toni Kroos ins französische Tor köpfte. Deutschland kontrollierte das Spiel ohne seinerseits die französische Defensive knacken zu können.

Entscheidende Umstellungen in der Aufstellung der deutschen Mannschaft führten dazu, dass sie stets die Spielkontrolle hatte. Philipp Lahm begann zum ersten Mal in diesem Turnier auf der Position des rechten Aussenverteidigers. Von den Medien wird diese Umstellung als erste per Volksentscheid getroffene Aufstellungsvariante der Fussballgeschichte gefeiert. Was für ein Blödsinn, denn es ist wahrscheinlich so, dass BuTrai Jogi Löw immer klar war, dass das defensive Mittelfeld der Nati am besten besetzt ist, wenn die vollfitten Khedira und Schweinsteiger hier spielen. Das waren sie zu Beginn der WM nicht . Deswegen gab es den Umweg mit Lahm im Mittelfeld, hat leidlich geklappt, bloss wurde auch deutlich, wie die effektive und schlaue Spielweise von Lahm auf dem Niveau einer WM leidet. Im Mittelfeld wird ein Spiel enger und körperlicher. Trifft hier ein kleiner 1,70 m grosser Philipp in der Zentrale des Mittelfeldes auf Spieler die ihn pausenlos unter Druck setzen, merkt man, dass ihm Fehler unterlaufen. Er ist eben kein gelernter Midfielder, der Entwicklungen des Spieles auf dieser Position durchlaufen hat. Scheinbar hat Löw den Wettlauf um die Fitness Khediras und Schweinsteigers gewonnen, kann sie also problemlos einsetzen, und Lahm auf die Verteidigerposition zurückziehen.

Auch der zweite Schachzug griff: Per Mertesacker wurde auf die Bank gesetzt, dafür Boateng an der Seite von Mats Hummels ins Abwehrzentrum beordert. Damit war die Abwehrzentrale etwas beweglicher und schneller. Ein Grund dafür, dass das französische Spiel in der Offensive nicht so dominant sein konnte, wie es sich Trainer Deschamps vorgestellt hatte.

Eine besondere Personalie bleibt Mesut Özil. Der fussballerisch stärkste deutsche Spieler hinkt seinen Möglichkeiten hinterher. Das hat mehrere Gründe. Zum Einen fehlt ihm das Selbstbewusstsein, die Dinge mit dem Ball zu tun, zu denen er in der Lage ist. Zweitens spielt er auf einer Position, die seinem Spiel nicht entgegenkommt, nämlich auf der linken Aussenbahn und drittens weiss jeder Hansel der deutschen Presselandschaft zu berichten, dass seine Körperspannung fehlt. Man kann es da nur mit Lukas Podolski halten, wenn er sagt: “Lasst den Jung doch Fussball spielen.”

Wie auch immer: Halbfinale.

Mein Tip war: Deutschland – Frankreich 1 : 3

We-Will-Win

In der 2.Halbzeit der Nachspielzeit zeigten die Amerikaner, wozu sie eigentlich fähig gewesen wären. Das Spiel war schon verloren, denn die Belgier führten verdient mit 2:0. Der amerikanische Anschlusstreffer in der 106.Minute liess dann doch noch den We-Will-Win-Geist aus der Flasche. Die Amis kämpften und die Belgier bekamen Angst. Sie hatten das Spiel 105 Minuten dominiert und gezeigt, wie man dem Fussballspiel einer Mannschaft beikommt, die Kämpft und läuft, spieltechnisch aber zu den biederen Vertretern gehört. Kombinationssicher, schnell und technisch stark zog die belgische Mannschaft während dieser Zeit ihr Spiel auf. Chancen um Chancen wurden vergeben.

Das ist das Manko der Belgier gewesen, die einzige ihnen vorzuwerfende Schwäche, nämlich die Chancenverwertung. Können die Belgier das verbessern, tragen sie das Prädikat Geheimfavorit zu Recht, und sind gar nicht mehr so geheim. Lassen sie sich aber so schnell nervös machen, wie in der 2.Halbzeit der Verlängerung gegen die USA, und verlieren ihre Souveränität, kann es schneller zu Ende sein, als nötig.

Läuft das Turnier auf ein Endspiel der Belgier gegen Kolumbien hinaus?

118.Minute

Wieder war Messi letztendlich das entscheidende Element zum Sieg. Schwyz-Trainer Ottmar Hitzfeld hatte vor dem Spiel die Devise ausgegeben, man solle Lionel Messi ernst nehmen, aber nicht zu dämonisieren.

Der Plan ging 118 Minuten lang auf. Argentinien versuchte, das Schweizer Tor zu stürmen, und die Schweizer verteidigten geschickt und kompromisslos. Dabei blieb es nicht. Die Schweizer Gegenangriffe waren effizient. Viele Grosschancen wurden aus einem selbstbewussten und guten Kombinationsspiel geboren. Messi spielte mit, war aber immer unter Kontrolle. Die argentinische Mannschaft hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn sie in Rückstand geraten wäre. Die Schweiz war ein mindestens gleichwertiger Gegner. Chancen wurden leichtfertig, und nicht mit der letzten Konzentration ausgespielt, vergeben. Die Sensation wurde  verpasst, weil es kam wie es häufig kommt. In der 118. Minuten fingen die Argentinier einen Angriff der Schweizer in der eigenen Hälfte ab und hatten plötzlich den Raum zur Verfügung, auf den sie gewartet hatten. Messi trieb den Ball über das Spielfeld und bediente Angel di Maria, der das Endergebnis herstellte. 2 Minuten später setzte der Schweizer Dszemaili  den Ball nach einem letzten Eckball an den argentinischen Pfosten. Es wäre wohl das Erreichen des Elfmeterschiessens gewesen.

So ist Argentinien glücklich ins Viertelfinale eingezogen. Ein weiterer vermeintlicher Aspirant auf den WM-Titel, der feststellen muss, dass die Leistungsdichte der Mannschaften grösser geworden ist. Man kann auch gegen die Schweiz ausscheiden.